November 2020

Holzmarkt

Das Waldjahr 2020 ist von Kalamitäten geprägt – die dadurch anfallenden Schadholzmengen bestimmen nach wie vor den Holzmarkt. Wenn auch bei uns in der Region eine Nachfragebelebung zu sehen ist, die die Preise anziehen lies. Was ist da geschehen?

Nach wir vor ist es so, dass im angrenzenden Ausland, in Mitteldeutschland, im Südwesten Deutschlands aber auch große Teile Frankens mit Schwerpunkt im Frankenwald anhaltend hohe Käfer- und Trockenschadenmengen zu verzeichnen haben. Unsere im Einkauf überregional agierenden Sägewerke sind von dort weiterhin gut mit Holz versorgt. Alleine in Deutschland sind 2020 72,8 Millionen Festmeter Schadholz angefallen – davon 66 Mio. FM Nadelholz. In den Hauptschadensgebieten konnte die Aufarbeitung nicht mehr kostendeckend erfolgen. Schlechte Qualitäten, Kiefernholz und Nadelindustrieholz sind kaum mehr absetzbar. So dramatisch sich die Situation für die betroffenen Waldbesitzer zeigt, so erfreulich zeigt sie sich für die Sägewerke. Nach wie vor läuft der Absatz von Schnittholz ungebremst. Auch noch jüngste Konjunkturberichte beschreiben Erfolge der deutschen Säger am US-Absatzmarkt, die Holz aufnehmende Bauwirtschaft boomt nach wie vor und auch sonst scheint es so zu sein, dass Sägewerke recht gut verdienen. Lediglich für die Papierindustrie waren die Zeiten offensichtlich schon deutlich besser. Der Papierbedarf hat sich in den vergangenen Monaten rückläufig entwickelt was zu einer Drosselung der Produktion und folglich zu einem geringeren Papierholzverbrauch geführt hat. Vereinbarte Liefermengen wurden von Seiten des Papierholzkunden mehrmals spontan gekürzt.

Schauen wir nach vorne: Durch das Ausbleiben von Kalamitäten, genauer durch das Ausbleiben von größerem Borkenkäferbefall aufgrund von ordentlichen Niederschlagsmengen in Schwaben und Oberbayern, profitiert die hiesige Waldgemeinschaft. Örtliche Sägewerke suchen wieder Frischholz bei uns – wenn auch auf nach wie vor niedrigem Niveau.

Die Nachfrage nach frischem Langholz ist wieder vorhanden. Wir haben bereits Abschlüsse getätigt. Gespräche mit den Langholzkunden zeigen aber, dass die Nachfrage nach diesem Sortiment rückläufig ist. Die Tendenz am Bau geht hin zu Keilverzinkung und Verleimung, hin zu KVH und BSH. Klassisches Bauholz wird zunehmend subsituiert. Langholzsäger, die sonst 10.000 FM bei uns kaufen, haben bisher nur 3.000 FM bestellt – sie sind und bleiben vorsichtig. Auch der Einkauf aus den Schadensregionen, beispielsweise aus Hessen, gelingt den Langholzsägewerken und ersetzt die Mengen vor der Haustüre. Es kann sein, dass die Nachfrage nach Langholz bereits Ende Januar erschöpft sein kann. Bitte setzen Sie sich rechtzeitig mit uns in Verbindung, bevor Sie Langholz einschlagen.

Die Verhandlungen mit den Kurzholzkäufern waren zäh und schwierig. Auch hier ist der Schadholzzufluss scheinbar unbegrenzt möglich. Es ist uns jedoch gelungen (auch hier bewährt sich Langfristigkeit und Kontaktpflege, Lieferwille und Bereitstellungsmenge gepaart mit Beharrlichkeit während der Verhandlung) mit zwei namhaften Kurzholz-Sägeindustrien über 70.000 FM Holz bis April 2021 zu zeichnen. Kurzholz schwächerer, mittelstarker und auch stärkerer Dimension ist also absetzbar und wird, von unseren Mitgliedern stammend, auch sehr zügig und unproblematisch abgefahren. Die Sortierung der Hölzer erfolgt im Werk und richtet sich nach der RVR (www.rvr-deutschland.de).

Was Sie beim Fichten-Stammholzeinschlag beachten sollten: Die Absatzmöglichkeiten für Lang – zu Kurzholzmengen stehen im Verhältnis 1 : 3. Fichtenkurzholz ist also wesentlich stärker nachgefragt.

Die Papierholzpreise, auch die Nachfrage nach Papierholz, werden sinken. So zumindest sind die ersten Vorzeichen von UPM zu deuten. Trotzdem gibt es Absatzmöglichkeiten über uns und wir können Sie nur dazu animieren Ihre Bestände zu pflegen, zu durchforsten und dadurch mittelfristig zu stabilisieren. Waldpflege ist gut investiertes Geld.

Auch der Laubholzmarkt zeigt sich normal und führt preislich eine Seitwärtsbewegung aus. Eschen-, Buchen-, Eichenstammholz kann von uns abgesetzt werden und nicht jeder Stamm sollte per se als Brennholz Verwendung finden. Da Laubholz aber komplett anders zu bewerten ist wie Nadelholz, bitten wir Sie eindringlich vor einer Laubstammholznutzung bei uns nachzufragen.

Holzpreise

Langholz: Die Preise für Langholz liegen derzeit im Bereich zwischen 70 und 80 EUR für die Güteklasse B ab der Stärkeklasse 2b.

Kurzholz: Die Preise für Kurzholz liegen im Bereich zwischen 60 und 73 EUR für die Stärkeklasse 2b. Es handelt es sich jedoch (im Vergleich zum Langholz) um einen BC-Preis. Insoweit ist es von der Nachfragesicherheit und auch vom Preis her sinnvoll, auf die Produktion von Kurzholz zu legen. Sie können die Zöpfe bis 14 cm nach unten setzen. Maximalstärken von 50 cm (Mitte) sollten vermieden werden. Die Längen sollten 5 m (+ 15 cm Übermaß), bis zu 20% Anteil auch 4 m (+ 15 cm Übermaß) betragen.

Papierholz: Die Papierholzpreise stehen noch nicht zu 100% fest. Wir gehen jedoch davon aus, dass der Raummeter für 25,50 EUR zu verkaufen sein wird.

Hackgut: Unser Haupthackgutabnehmer, dass Biomasseheizkraftwerk Augsburg, hat die Preise leicht gesenkt. Sie bekommen 66 EUR frei Werk dafür. Das bedeutet, dass Ihnen ungehackt ab Waldstraße gut drei EURO pro Schüttraummeter bleibt. Zur vorsorglichen Borkenkäferbekämpfung (Stichwort: Saubere Waldwirtschaft) wird das Hacken von Übermengen an Kronenmaterial empfohlen – ohne auf nötiges Totholz oder der Bildung von Matratzen auf der Rückegasse zu verzichten.

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